gracias a ti pachamama que vives en todo

Durch die Anekdoten unseres Tourguides der Free Walkingtour durch San Pedro de Atacama, das im Herzen der trockensten Wüste der Welt liegt, sah ich, wie sehr man hier mit der Natur verbunden ist. Pachamama ist die Gottheit, die in allem lebt und allem Leben schenkt. In San Pedro verehrt man Licancabur, den ideal kegelförmigen Vulkan als Repräsentant der Vereinigung von Himmel und Erde. Alles ist auf ihn ausgerichtet, alles hängt von ihm ab und das hier einst lebenden indigene Volk der Licanantay ersuchte seine Güte durch Opfergaben – sogar die eigenen Kinder wurden ihm überlassen (in Salta stellt man 2 perfekt konservierte Leichen aus). Am Ende der Tour dankten wir Pachamama, indem wir auf ihrem Boden etwas von unserem Wasser ausschütteten – Kinder mussten wir keine töten.

Roadtrip!

Nachdem Kim und ich uns zum vierten Mal zufällig begegnet waren, beschlossen wir gemeinsam mit seiner in Uruguay kennengelernten Vielleicht-Freundin (siehe 2. Blogbeitrag) Antonia aus Neuseeland, Mariona aus Catalonien und John aus Dublin ein Auto zu mieten, was sich als beste Entscheidung überhaupt herausstellte.

Saltflats: Schneeweiß strahlt die Wüste dem reinsten Himmelblau, das ich je erblicken durfte, entgegen und wird von in seichten Gewässern flanierenden Flamingos umspielt. Mit der wärmenden Sonne im Rücken und dem perfekten Vulkan vor Augen genießen wir die Stille des Ortes bis eine Horde fotografierender Asiaten sie unterbricht.

Nirgendwo im Irgendwo: Die glorreiche App MapsMe verriet uns einen Feldweg, der zu den Seen Miscanti und Miñiques führen sollte. Die mehr oder minder befahrbare Spur verlor sich jedoch plötzlich zwischen den gelb leuchtenden Grasbüscheln. Wir ließen unser strapaziertes Auto zurück und kletterten eine Stunde lang durch das überwältigenste Panorama. Schnaufend angekommen, wurden wir mit dem malerischen Ausblick auf die zwei in 4.300m Höhe liegenden türkis und dunkelblau schimmernden Seen belohnt. Diesmal keine rasenden Touristen – man fühlt sich wie Inadiana Jones, der einen Schatz entdeckt.

Sonne vs Wüste: Das schönste Gefühl gleich nach Schokolade (ja, Schokolade ist ein Gefühl) ist es, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen zwischen den Hügeln hervorbrechen und uns zwischen den dampfenden Geysieren herumzitternden Touristen erleichtert seufzen lassen. Ich hatte sogar meinen Schlafsack angezogen und sorgte mit meiner durch das Outfit bedingten stolpernden Fortbewegung für ein paar Lacher – mir war wenigstens warm.

Farbenspiel: Mutter Natur lebt ihre farbenfrohe Fantasie gerne versteckt in den Anden aus. Unter den Füßen schwarzer Staub, am Wegrand glizernde Salzkristalle, in der Ferne regenbogenfarbene Berge, der blaue Himmel weiß gefleckt. Begleitet von einer Herde wilder Llamas durchquerten wir das Rainbowvalley.

Danke Pachamama (= Quechua für „Mutter Kosmos“), dass du mich nährst. Danke meinen Ahnen, dass es mich gibt.

Weiter nach Nordargentinien – der letzte Halt vor Bolivien.

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